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Smart Contracts im mexikanischen Rechtssystem: Chancen und Grenzen.

FINANZEN UND BANKWESEN / von Miguel Gallardo Guerra

Das Aufkommen der Blockchain-Technologie hat neue rechtliche Konzepte hervorgebracht, die traditionelle Strukturen in Frage stellen. Eines der am meisten diskutierten Konzepte ist der Smart Contract, eine Vereinbarung, die sich automatisch ausführt, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.

Theoretisch macht ein Smart Contract Zwischenhändler überflüssig, senkt die Transaktionskosten und steigert die Effizienz. Aus rechtlicher Sicht gibt es jedoch nach wie vor erhebliche Herausforderungen, damit diese Instrumente im mexikanischen Rechtssystem vollständig anerkannt und genutzt werden können.

Was ist ein Smart Contract?

Es handelt sich nicht um einen „Vertrag“ im herkömmlichen Sinne. Es ist ein Code, der in einem Blockchain-Netzwerk gespeichert ist und Anweisungen automatisch ausführt, sobald bestimmte vorprogrammierte Bedingungen erfüllt sind, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist. Ein Beispiel: Wenn eine Zahlung eingeht, wird automatisch ein digitaler Vermögenswert freigegeben.

Diese Verträge funktionieren nach einer bedingten Logik wie „Wenn X eintritt, dann führe Y aus“, was die Automatisierung rechtlicher oder geschäftlicher Prozesse ermöglicht.

Gilt das in Mexiko?

Das mexikanische Recht erkennt Smart Contracts bislang noch nicht ausdrücklich an. Artikel 1803 des Bundesbürgerlichen Gesetzbuchs besagt jedoch, dass die Zustimmung „auf elektronischem Wege“ erteilt werden kann, und das Gesetz über fortgeschrittene elektronische Signaturen bietet einen Rahmen, der in bestimmten Fällen Anwendung finden kann. Darüber hinaus erkennt das Handelsgesetzbuch ab Artikel 89 die Gültigkeit von Datenmitteilungen an und legt fest, dass Rechtsgeschäfte mittels elektronischer, optischer oder anderer technologiebasierter Mittel abgewickelt werden können, was die Möglichkeit eröffnet, Smart Contracts in bestimmten geschäftlichen Kontexten als gültige Form der Willensbekundung anzuerkennen.

Die Herausforderung liegt nicht in der Form, sondern im Inhalt, im Willensinhalt und in der Auslegung. Ein Vertrag ist gültig, wenn Einvernehmen, ein rechtmäßiger Vertragsgegenstand und ein rechtlicher Grund vorliegen, unabhängig von der Form. Doch wie lässt sich bei einem automatisierten Vertrag der Willensinhalt nachweisen? Was geschieht im Falle von Programmierfehlern? Wer haftet?

Möglichkeiten:

  • Erleichterung komplexer Finanztransaktionen (z. B. tokenisierte Derivate).
  • Nützlich in dezentralen Strukturen (DAOs, DeFi).
  • Sorgen Sie für eine sichere Ausführung und Rückverfolgbarkeit.

Grenzen:

  • Kann die Auslegung komplexer Satzkonstruktionen nicht ersetzen.
  • Es fehlt jedoch noch an einer ausdrücklichen Anerkennung durch mexikanische Gerichte.
  • Es könnte an Flexibilität für unerwartete rechtliche oder geschäftliche Ereignisse mangeln.

Aus rechtlicher Sicht sollten Smart Contracts als ergänzende technische Instrumente betrachtet werden und nicht als Ersatz für herkömmliche Verträge. Ihre Entwicklung erfordert die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, Juristen und Regulierungsbehörden.

Das Gesetz sollte keine Angst vor dem Code haben. Es sollte lernen, dessen Sprache zu sprechen.

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mgallardo@bgbg.mx

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